Wie bremse ich richtig mit dem CBS?

Rob Robberson

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Mal wieder eine Anfängerfrage von mir:

Ich habe mir eine Cromwell 125 mit CBS zugelegt. Allerdings weiß ich nicht, wie dieses CBS so richtig funktioniert.
Ist es egal ob ich die Bremse am Lenker oder die Fußbremse benutze?
Sollte ich trotzdem beide benutzen?
Wie ist die Bremskraftverteilung?

Danke für eure Hilfe
 

Gravey

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Genau du kannst sowohl die Bremse am Lenker als auch die Fußbremse nutzen. Bei beiden Vorgängen werden sowohl die Vorderrad- als auch die Hinterradbremse getätigt. Bedenke, dass du kein ABS hast und dir die Räder blockieren können
 

Chemiepfuscher

Mr. Grummelkopp
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CBS:
Hand= nur vorne
Fuß = Vorne und hinten (merkt man auch an der Hand, wenn man mit beiden bremst, da baut sich dann ein Gegendruck am Handbremshebel auf)

Bei leichten Verzögerungen kann man gerne auch mal nur die Handbremse nutzen (z.B. bei Geschwindigkeitsanpassungen im fließenden Verkehr)… beim benötigen von „stärkeren“ Verzögerungen immer versuchen mit beiden zu arbeiten!

☝️Aber obacht: bei falsch dosierter Fußbremse blockiert bei CBS dennoch gerne mal das Hinterrad… und das wäre gerade bei Nässe als Fahranfänger nicht so „optimal“, wenn man die Mühle unter Kontrolle halten möchte.
CBS ist halt nicht ABS ☝️

Aber mal ne Frage nebenbei an @Rob Robberson … hast Du überhaupt schon nen Lappen???

Weil DAS erklärt sich doch eigentlich von alleine, zumindest wenn man mal die erste praktische Stunde (meistens mit Anfahrübungen und „Hütchenfahren“ hinter sich hatte!
(und da wird sich wohl auch die letzten 30 Jahre nicht viel geändert haben, wenn ich den noch relativ frischen Fahrschulerfahrungen und Erzählungen meines Sohnes trauen durfte!)

☝️Erste Fahrt vorsichtig ausprobieren, wie die Maschine beim Bremsen und „Ausweichen“ reagiert (Optimal leere Strasse oder großer Parkplatz)… einmal vorsichtig Notbremsung versuchen… Reaktion im Hinterkopf „abspeichern“… hoffentlich allzeit gute Fahrt!
(so ähnlich habe ich das schon vor 30 Jahren vom Fahrlehrer gepredigt bekommen… und mein Sohn so ähnlich dieses Jahr😉)
(Da ist das egal, ob ohne Bremsassistent, mit CBS oder mit ABS, neue Reifen, neue Bremsen…)
 

Phil80

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Nope!

Nur
bei der Hinterradbremse werden beide Räder gebremst (Verteilung ca. 75% hinten und 25% vorne)!
Der Handbremshebel bremst nur das Vorderrad.
Und das ist auch gut so. Denn so kann man z.B. bei Nässe gezielt nur vorne bremsen, um ein Blockieren und Wegrutschen des Hinterrades zu vermeiden. Hab ich bei meiner früheren Fazer (noch ohne ABS) auch so gemacht.
 

Chemiepfuscher

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Und das ist auch gut so. Denn so kann man z.B. bei Nässe gezielt nur vorne bremsen, um ein Blockieren und Wegrutschen des Hinterrades zu vermeiden. Hab ich bei meiner früheren Fazer (noch ohne ABS) auch so gemacht.
🤨 …eigentlich ist gerade das das Gefährliche!

Wenn das Hinterrad mal blockieren sollte (wenn man beide benutzt), ist das nicht schlimm, das merkt man sehr schnell, evtl. „schlingert“ die Mühle hinten kurz, fängt sich aber wieder von alleine (!), und man stürzt i.d.R. nicht!
(🤔kenne auch wirklich niemanden, der schon mal wegen einem blockierten Hinterrad nen Abgang gemacht hat)

Benutzt man jedoch NUR die Vorderradbremse, verschlechtert man erstmal die Bremsleistung, verlängert sich der Bremsweg um einiges, und Du machst dann mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit einen „Abgang“ wenn das Vorderrad erstmal komplett blockiert hat (wenn Du dann nicht schon jemanden bereits hinten drauf gefahren bist).

☝️Denn eine Maschine die vorne “schlingert“ kann man nur mit sehr viel Glück halten und wieder stabilisieren!
(😉Davon kenne ich sogar mehrere Leute, die deswegen nen Abgang machen durften)
 

Der Raucher

Ölfinger
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Benutzt man jedoch NUR die Vorderradbremse, verschlechtert man erstmal die Bremsleistung, verlängert sich der Bremsweg um einiges,
So pauschal stimmt das nicht.
Grundsätzlich erreichst du mit dem Vorderrad eine höhere Bremsleistung, als mit dem Hinterrad (egal, ob auf trockener oder nasser Straße).
Das ist vermutlich auch der Grund, warum TÜV und Zulassungsstellen seit den 80ern die hintere Bremse nicht mehr als "Hauptbetriebsbremse" ansehen.
Richtig ist, dass ein blockierendes Hinterrad leichter wieder einzufangen ist.

Bei Nässe sollte man tunlichst mit beiden Bremsen bremsen (und das soll wohl durch das CBS erleichtert werden).

Ich durfte neulich (mal wieder) diese Erfahrung machen: Blondine + Handy + SUV (ich weiß, klingt nach Klischee, war aber so) meinte, sie müsse mal eben spontan die Fahrspur wechseln (und Blinken ist ja heutzutage völlig out). Ich lange also, bei nasser Fahrbahn, herzhaft in beide Bremsen. Effekt: Hinterrad blockiert, Vorderrad nicht. Ich komme laut pöbelnd, quer hinter ihr zum Stehen und Püppi versteht überhaupt nicht, dass (und was) sie jetzt falsch gemacht haben könnte... :rolleyes:
Die Tatsache, dass nur das H-Rad blockierte, hat mein Vertrauen in das CBS deutlich erhöht.
 

Chemiepfuscher

Mr. Grummelkopp
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Grundsätzlich erreichst du mit dem Vorderrad eine höhere Bremsleistung, als mit dem Hinterrad (egal, ob auf trockener oder nasser Straße).
… im Vergleich „nur Vorderradbremse“ zu „nur Hinterradbremse“ stimmt das, vorne verzögert auf Grund der Massenträgheit besser.

🧐Jedoch „nur Vorderradbremse“ im Verhältnis zu „beiden Bremsen“ … 2Reifen Verzögern ist immer effektiver, und dadurch ist der Bremsweg immer deutlich kürzer und somit ist das pauschal immer sicherer (bei jeder Witterungslage)!

Fazit:
☝️Für leichtes Verzögern (z.B. leichte Geschwindigkeitsanpassung) reicht es eine Bremse nach belieben zu betätigen, musst Du jedoch richtig Bremsen, sollte der Fahrer wie beim Reflex beide zeitgleich nutzen!

(🤔So wie man es irgendwann mal bei einer „guten“ Fahrschule von seinem „Bierbauch-Biker-Fahrlehrer“ gelernt haben sollte 🤣😂)
Ergänzung ()

Ich durfte neulich (mal wieder) diese Erfahrung machen: Blondine + Handy + SUV (ich weiß, klingt nach Klischee, war aber so) meinte, sie müsse mal eben spontan die Fahrspur wechseln (und Blinken ist ja heutzutage völlig out). Ich lange also, bei nasser Fahrbahn, herzhaft in beide Bremsen. Effekt: Hinterrad blockiert, Vorderrad nicht. Ich komme laut pöbelnd, quer hinter ihr zum Stehen und Püppi versteht überhaupt nicht, dass (und was) sie jetzt falsch gemacht haben könnte... :rolleyes:
😡🤬… selbige Erfahrung durfte ich auch schon mit der Brixton machen… aufgemotzte ordinäre Trulla im Vollblechtrecker ohne StvO Kenntnisse… aber Hauptsache der Tuschkasten dick im Gesicht verteilt und das Handy am Ohr🤢
 

Phil80

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Ihr habt schon recht. Mit beiden bremsen arbeiten ist grundsätzlich besser. Mache ich auch bei meinen beiden großen Maschinen mit ABS so. Aber ohne ABS ist das so ne Sache. Hab das mit meiner früheren Fazer ohne ABS im Fahrsicherheitstraining beim ADAC durch. Da hat bei Nässe bei der Gefahrenbremsung das Hinterrad sehr schnell blockiert und die Maschine ist hinten "hin- und hergetanzt". Da wäre es eigentlich richtig, dann sofort die Hinterradbremse zu lösen und vorne weiter zu bremsen. Aber das ist kopfmäßig sehr schwer umzusetzen und auch noch in Sekundenbruchteilen und in einer Gefahrensituation. Daher hat mir der ADAC-Instruktor damals sogar geraten, bei einer Maschine ohne ABS bei Nässe nur vorne zu bremsen, um das Blockieren und wegrutschen zu verhindern. Werde, wenn es wirklich die Crossfire XS werden sollte, dann mal ein paar "Trockenübungen" auf nem Parkplatz machen, um das CBS mal besser kennenzulernen.
 

Chemiepfuscher

Mr. Grummelkopp
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Daher hat mir der ADAC-Instruktor damals sogar geraten, bei einer Maschine ohne ABS bei Nässe nur vorne zu bremsen, um das Blockieren und wegrutschen zu verhindern.
😳 echt jetzt? Gerade weil dann ist das Risiko erst richtig gegeben, dass das Vorderrad blockiert, und dann machst Du garantiert „nen Adler“!

Kann ich mir echt nicht vorstellen, und ich fahre seit >30 Jahren Mopeds aller möglichen Größenklassen ( und kenne auch „alte“ Maschinen)!

Saß der ADAC-Instruktor nur im Auto, oder hat der das auch mal auf nem Moped demonstriert?
Ergänzung ()

Bis der Kopf aus dem Geschehen raus ist und die Reflexe übernehmen.
👍👍 genau so ist es!
 

Phil80

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😳

Saß der ADAC-Instruktor nur im Auto, oder hat der das auch mal auf nem Moped demonstriert?
Er hatte einen "Hiwi" dabei. Nen Instruktor in Ausbildung. Der hat alles dann auf ner Nagelneuen MT 10 (natürlich mit allen möglichen Fahrhilfen) demonstriert. Was ich damals krass fand: all diese Übungen fanden aus 50 km/h statt. Da denkt man ja erstmal, dass ist gar nix. Aber auch da haben die Moppeds schon heftig reagiert und wenn du aus 50 voll in die Eisen gehst, das merkst du schon ziemlich. Hab damals immer gedacht, dass ich mir das gar nicht bei 100 und mehr vorstellen will. Wenn es wirklich die Brixton wird, vielleicht fahre ich ja dann mit der auch irgenwann nochmal zum Training.
 

Chemiepfuscher

Mr. Grummelkopp
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Felsberg 125XC
Er hatte einen "Hiwi" dabei. Nen Instruktor in Ausbildung. Der hat alles dann auf ner Nagelneuen MT 10 (natürlich mit allen möglichen Fahrhilfen) demonstriert. Was ich damals krass fand: all diese Übungen fanden aus 50 km/h statt. Da denkt man ja erstmal, dass ist gar nix. Aber auch da haben die Moppeds schon heftig reagiert und wenn du aus 50 voll in die Eisen gehst, das merkst du schon ziemlich. Hab damals immer gedacht, dass ich mir das gar nicht bei 100 und mehr vorstellen will. Wenn es wirklich die Brixton wird, vielleicht fahre ich ja dann mit der auch irgenwann nochmal zum Training.
👍Kann ich jedem nur empfehlen!
Alle paar Jahre wird so ein Training mal von unserer Gewerkschaftsgruppe aus organisiert, und selbst nach so vielen Jahren nehme ich immer noch gerne mal daran teil, und lerne auf jeden Fall immer wieder mal was dazu!
 

Stefan65

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Für mich mit jetzt 40 Jahren und knapp 600.000 km auf Moppeds war das CBS durchaus gewöhnungsbedürftig.
Ich bin mehr der vorne Bremser und ein leichtes Bremsen hinten mit dem CBS verzögert doch mehr als ich vorher vermutet habe.
Gerade beim fahren mit der 125 er bin ich mehr mit "Rollen lassen und Schwung mitnehmen " unterwegs.
Vorteilhaft für @Rob Robberson dürfte sein, dass er noch keine Moppederfahrung hat und das normale Bremsverhalten von Moppeds nicht kennt.
 
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Chris66

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Ich hab schon als kleiner Junge mit dem Fahrrad lieber vorne als hinten gebremst, einerseits wegen der Bremswirkung und andererseits um den Reifen nicht unnötig abzureiben. Das habe ich bis heute so durchgehalten und bin niemals in eine ungute Situation gekommen. Richtig ist, wenn das Vorderrad wegbricht (gilt fürs Fahrrad genauso, schon öfters "getestet") dann ist meistens Asphaltkunde das Ergebnis.

Das CBS ist für Fahranfänger wirklich gut geeignet, weil bei der Fußbremse auch vorne verzögert wird und wenn es nass ist, erst das Hinterrad zu blockieren beginnt.

Mein bevorzugtes Bremsen vorne hat sich bei meiner INT so geäußert, dass der Vorderreifen gleichzeitig mit dem Hinterreifen getauscht werden musste.🤷‍♂️.
 

gnymfazz

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Wir haben damals im Winter immer mitm Fahrrad (MTB) einen Wettbewerb gemacht: wer länger mit blockiertem Vorderrad rutschen kann, ohne sich zu maulen...😎

Btw: ein quietschendes Hinterrad war immer besser als jede Klingel 😆

Aufgrund eines Kommunikationsfehlers habe ich mit der Z650 (2020) der Fahrschule einen Stoppie hingelegt, im Nachhinein gewundert, dass das ABS das zugelassen hat..
 

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