Boosterplug

BRIXWOLF

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Da ich noch nicht weiß, ob mein Bike ein Totalschaden ist oder nicht, will ich hier noch mal meine letzten Überlegungen "preisgeben". Vielleicht nutzt es jemandem:



Der "Intake Air Temperatur" Sensor misst die Temperatur der einströmenden Luft. Klingt banal und ist auch schon alles was das Saxby 250 Servicehandbuch dazu sagt.

Das Handbuch der TU250x ist da (wie üblich) deutlich klarer:
"INTAKE AIR TEMPERATURE SENSOR SIGNAL: When intake air temperature is low, injection time (volume) is increased."

AKA: Luft kalt = mehr Sprit!

Jetzt bin ich über den "Boosterplug" gestolpert. (In Ö und damit in der EU frei erhältlich!)
Die Eigenwerbung der Firma verspricht glücklicherweise nicht, dass man "wer weiß wieviel" mehr Leistung erhält, sondern nur einen ruhigeren/besseren Leerlauf und weniger "poppen" im Auspuff beim Motorbremsen. (Ich finde zwar, dass das gut klingt, ist aber eigentlich nicht Sinn der Sache).

Dieser Plug macht nichts anderes, als der ECU zu sagen, dass die Luft kälter ist als sie wirklich ist. Damit spritzt die ECU etwas mehr Sprit ein.

Was macht man nun damit:
1. Wenn man keine Probleme mit dem Leerlauf hat, kann man wahrscheinlich die Drehzahl in IDLE etwas runterdrehen - damit bleibt der Verbrauch ungefähr gleich
2. Der Motor läuft bei Vollgas etwas fetter was zu einer besseren Kühlung (und Reinigung) der Einlassventile und des Motors führt. (Etwas höherer Verbrauch bei Vollgas aber besser für den Motor)
3. Beim ruhigen "Dahincruisen" findet eine "closed loop" Einspritzung statt, das heißt, der Temperatursensor ist dann irrelevant, es gibt also keinen Mehrverbrauch an Sprit.
4. Sehr spekulativ meinerseits deswegen hier mit Warnhinweis!!! : Mehr Sprit bei Vollgas sollte auch eine etwas höhere Leistung bedeuten - theoretisch! (Nochmal: Selbst die US Webseite der Firma spricht nirgendwo von Leistungssteigerung was ich als wohltuend seriös empfinde!)


Boosterplug gibt es natürlich nicht für die 250er Brixtons ... aber für die TU250X von Suzuki :cool::

Boosterplug Österreich (gibt es den auch irgendwo in D?)

Die Stecker sind identisch, das sollte passen ...

Hier noch ein paar Daten aus dem TU250x Handbuch:

Intake Air Temp Resistance
20 °C (68 °F) Approx. 2.45 kΩ
80 °C (140 °F) Approx. 0.32 kΩ

Ein zusätzlicher Widerstand in Reihe sollte die Temperatur auch "senken" ... auch bei den 125er Brixtons ..


Bei Youtube gibt es zu Boosterplug viele Videos, hier nur mal eins zum Einbau in eine TU250x:

Boosterplug TU250x ab 5:55

Der Boosterplug scheint mir insbesondere bei Himalayan Fahrern sehr beliebt zu sein.


Bin ich bereit 165€ für einen Versuch zu investieren ... oder versuche ich erst mal ein Drehpoti in Reihe, an dem ich während der Fahrt "manipuliere" ... ?

Wie oben erwähnt, sind nur Gedanken/Überlegungen - aber interessante wie ich finde.
Insbesondere mit einem 300cc Zylinder wäre das Gemisch bei Vollgas nicht mehr zu mager und das, ohne dass ich die ECU anpassen müsste ... :D 🤞
 
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BRIXWOLF

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Chromwell 250
Musste erstmal herausfinden was ein Z750 Turbo war/ist ...

Aber interessant, dann scheint da ja etwas dran zu sein.

Allerdings ist heute die Intension, dass Aufgrund von Euro 4/5 die Maschinen eher immer zu mager laufen und man mit dem Trick das ganze etwas anfetten kann. 1983/1984 war "mager" wahrscheinlich nicht der Grund für das anfetten, sondern eher um noch ein paar PS rauszukitzeln - was ja auch heute kein Hinderungsgrund heute wäre :)

Mal sehen was der Gutachter zu meinem Moped sagt ...
 

Stefan65

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Ein bekannter von mir hat den test mit so einem Booster ( Temperatur widerstand) gemacht auf einer street triple.
Mit leistungsngsmessung vorher hinterher.
Knapp 1 ps mehr.
Eher Messtoleranz. 😀
 

BRIXWOLF

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1 PS ist Messtoleranz - immer! Als Leistungsgewinn ist es ein sehr theoretischer Ansatz.

Wenn man sich die Videos bei Youtube dazu ansieht, ist es subjektiv aber eigentlich immer positiv.

Wie ich oben beschrieb, geht es mir dabei eher um die logischen Dinge wie: Motor (Ventile) bleibt sauberer und kühler UND ich hätte weniger Probleme bei einem evtl. 300cc "Upgrade" ohne gleich ins Motormanagement per ECU eingreifen zu müssen ...

Bei 300CC geht es hauptsächlich um Kaltstart, Leerlauf und Vollgas (90% Drosselklappe offen) - und genau da würde das wirken ...

Ist alles nur Theorie bis jetzt; aber gut zu wissen für den Fall der Fälle.
 

Sunray

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Habe so einen Boosterplug bei meiner RE GT650 installiert weil mir das extreme gepatsche der BS Auspuffanlage im Schubbetrieb etwas auf den Wecker ging, das ist seitdem tatsächlich fast weg, insofern hat er für mich seinen Zweck erstmal erfüllt.

Leistungssteigerungen sind nicht zu erwarten, gaaanz subjektiv allerdings geringfügig besseres, direkteres Ansprechverhalten beim Beschleunigen und insgesamt ein etwas ausgewogenerer Eindruck. Dafür hätte ich das Ding aber nicht installiert.
 

BRIXWOLF

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Ich habe noch ein paar Überlegungen inzwischen:

Wenn man die Info aus dem TU250x Handbuch nimmt:

Intake Air Temp Resistance
20 °C (68 °F) Approx. 2.45 kΩ
80 °C (140 °F) Approx. 0.32 kΩ

Dazu die Info aus einer der vielen Videos, wo jemand der sich an seinem Krad die Intake-Temperatur anzeigen lassen kann, bemerkt, dass der "Plug" seiner Maschine immer so ca 20°C weniger vorgaukelt als tatsächlich sind.
Dann habe ich mich gefragt, wozu der zusätzliche Messwiderstand dient ... und irgendwann hatte ich diesen "Wickie" Moment (Wer kennt das noch):

Im Original ist ein NTC (Heißleiter) verbaut -> Je höher die Temperatur, desto niedriger der Wiederstand..
Der zweite "Sensor" den die verbauen ist ein PTC (Kaltleiter) -> Je höher die Temp desto höher der Wiederstand.

Den zweiten Sensor muss man je nach verbautem ersten Sensor (deswegen verschiedene Plugs für verschiedene Modelle) ausbalancieren. (165€ für einen PTC + passende Stecker + ein bisschen hübsch verpacken ... ?) ...

Wenn man sich nun ein paar Kurven für NTC bei den Elektronikhändlern ansieht, gibt es die mit verschiedenen Steigungskurven (erst langsam steigend, dann schnell, dann wieder langsam) - einfach mal knallhart über den Daumen linear gerechnet sinkt der Wiederstand pro 1°C um 35Ohm. Wenn ich also 20°C weniger haben will muss ich einen 700Ohm Widerstand in Reihe schalten. 660Ohm bei 1% habe ich hier rumliegen (Preis im einstelligen Cent-Bereich) oder man nimmt ein 1kOhm Drehpoti in Reihe und kann dann nach dem richtigen Wert suchen.
(Ich schätze mal die 700 sind zu viel. Kein Motorrad wird im Ansaugtrakt 80°C heiße Luft ansaugen. Die Kurve ist also eher bei niedrigeren Temperaturen relevant - und da dürfte das etwas sanfter verlaufen. Aber 1K/500Ohm Drehpoti zum probieren ist ok)

Sollte meine Maschine erfolgreich repariert werden, werde ich das auf jeden Fall mal probieren. Ist nicht ganz so ausgeklügelt wie der Plug, aber sollte gehen! Bin gespannt.
 

simon77

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Deine Gedanken sind schlüssig, das klingt gut soweit. :) 👍

Du hast natürlich recht, dass die ganzen NTC, PTC, kurven alle nicht linear sind, aber 1. sind sie im für uns eingesetzten Bereich doch erstaunlich linear (~ 0 - 30 °C), und 2. ist die Frage, wie "genau" die falsch vorgegaukelte Temperatur sein muss ... 🥴

165€ für einen PTC + passende Stecker + ein bisschen hübsch verpacken ... ?
Naja, so ein PTC kostet ein paar Euro, da hast aber schon einen guten ...

Hast du zufälligerweise eine Nummer vom originalen NTC? Das Datenblatt wäre nämlich cool zu haben für soetwas.
Ansonsten kling der 660 Ω Widerstand in Serie nach einem guten ersten Versuch.

Ich habe schon schlechte Erfahrungen gemacht mit Potis zum ausprobieren (Schleifkontakt macht schlechten Kontakt, das Poti ist von früheren Versuchen schon in Mitleidenschaft genommen worden, der maximale Widerstandswert stimmen nicht mehr, durch Unachtsamkeit hat man ein logarithmisches statt lineares Poti erwischt, Vibrationen & Schleifkontakt 😉...).
Ich bin eher ein Freund von Fix Widerständen, die man dann halt austauscht.

Bedenke auch, dass du je nach deinem Fundus an Widerständen durch Reihen und Parallel Schaltung auf noch mehr Widerstandswerte kommst.
Zum Ausprobieren würde ich durchaus mit dem 660 Ω Widerstand beginnen, dann nach einer Zeit einen deutlich geringeren Widerstand probieren (z.B. durch Parallelschaltung auf 330 Ω) und dann weiter raten.
 

BRIXWOLF

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Chromwell 250
Du hast natürlich recht, dass die ganzen NTC, PTC, kurven alle nicht linear sind, aber 1. sind sie im für uns eingesetzten Bereich doch erstaunlich linear (~ 0 - 30 °C),
Ich würde den Range etwas höher ansetzen. Von echten 10 bis 50 (Knapp über der Straße im Hochsommer + Sonne knallt auf den Seitendeckel vor der Ansaugung. Das gibt ein nettes Treibhaus bis zum Anfahren). Das wären dann "angenommene -10 bis 30. Das klingt für mich recht plausibel ...

und 2. ist die Frage, wie "genau" die falsch vorgegaukelte Temperatur sein muss ... 🥴

Stimmt - Versuch macht kluch :cool:

Naja, so ein PTC kostet ein paar Euro, da hast aber schon einen guten ...

Na ja wenn man einfach bei den großen Händlern sucht, bekommt man "Enduserdesign", mit den silbernen Sensoren, für um die 16€. Das selbe Ding in "Funktional robust" gibt es dann für 5€ und eins in billig für 2. Und ich bin in dem Fall nicht sicher ob die für 16 und 5 nicht einfach schon überteuert sind. Zumindest für den Motorradzweck langen wahrscheinlich die billigen.

Hast du zufälligerweise eine Nummer vom originalen NTC? Das Datenblatt wäre nämlich cool zu haben für soetwas.

Leider nein, aber wenn jemand mal den Sitz seiner 250 runter nimmt und den Sensor aus der Airbox ziehen kann (ich nicht im Moment) kommen wir vielleicht weiter.

Ansonsten kling der 660 Ω Widerstand in Serie nach einem guten ersten Versuch.

Ich habe schon schlechte Erfahrungen gemacht mit Potis zum ausprobieren (Schleifkontakt macht schlechten Kontakt, das Poti ist von früheren Versuchen schon in Mitleidenschaft genommen worden, der maximale Widerstandswert stimmen nicht mehr, durch Unachtsamkeit hat man ein logarithmisches statt lineares Poti erwischt, Vibrationen & Schleifkontakt 😉...).
Ich bin eher ein Freund von Fix Widerständen, die man dann halt austauscht.

Bedenke auch, dass du je nach deinem Fundus an Widerständen durch Reihen und Parallel Schaltung auf noch mehr Widerstandswerte kommst.
Zum Ausprobieren würde ich durchaus mit dem 660 Ω Widerstand beginnen, dann nach einer Zeit einen deutlich geringeren Widerstand probieren (z.B. durch Parallelschaltung auf 330 Ω) und dann weiter raten.

Mit einem Einzelwiderstand anfangen ist ein bisschen unpraktisch. Das ständige rein und raus ist mir nichts. Wenn dann kommt ein Poti rein. Wenn man ein Setting findest das funktioniert kann man das Poti nachmessen und gegen einen Festwiderstand tauschen.
 

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