Mao
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Wieder einmal alles richtig gemacht, dachte der kleine Mao als er kürzlich zurück kam.
Mao steht bekanntlich für Mario was die Reise nach Italien logisch und leicht erklärt macht. Dimitri, (@Dimitri Harkov) ebenfalls ein traditioneller italienischer Vorname, wurde von mir begleitet.
Wir hatten schon 2003 beschlossen Mandello del Lario, die Mutterstadt Motto Guzzi's zu besuchen. Italien wurde kürzlich von irgendeinem Fachmagazin, einer Fachjury, einer Fachmännin oder weiß Gott wem, zum schönsten Land der Welt gewählt.
Zurecht, weiß dieser Gott, zurecht.

(Die beiden bei der Abreise - der mit der Ebby Thust Gedenk Brille bin ich)
Um der Reise die nötige Würze zu verleihen wurde selbstredend auf jegliche Autobahn und oder Schnellstraße verzichtet.
Im Gegenteil.
Es wurde Pässe erklommen, Schluchten durchfahren und Kurven gejagt. Tausende davon.
7 Tage und 6 Nächte wurden veranschlagt und minutiös eingehalten. Mit jedem Kilometer wurde das schöne Österreich noch schöner, gebirgiger, kurviger und exotischer.
Von Italien ganz zu schweigen.
Um die 250km Tagestour hatten wir geplant.
Als wir planten dachte ich wie lächerlich es doch wäre für 250km einen ganzen Tag zu vergeuden.
Wenn ich bei mir ums Eck meine Tagesration an Motorradbedarf decke fahre ich 150km und benötige dafür vielleicht 2,5 Stunden.

(So in etwa sahen manche Herbergen aus)
Wir hatten aber alles richtig gemacht.
Dimitri fährt gerne gechillt und Mao tut es ihm gleich.
Seit ich meine dicke Britin (könnte neuzeitlich genderspezifisch missinterpretiert werden) habe, chille ich so gerne.
Wir blubberten so dahin und ließen uns treiben. Eine Zigarre im Mundwinkel, einen Cognac in der Hand.
Immer wieder wurden wir von Bikern geweckt die dachten unbedingt 130 statt der empfohlenen 70 fahren zu müssen.
Doppelte Sperrlinien oder Sperrflächen, selbst Gegenverkehr wirkten für so manchen motivierend und keineswegs abschreckend.

(So sahen ebenfalls die Herbergen aus)
Dimitri und ich wurden von jedem Motorrad mit dem wir die selbe Richtung teilten überholt, alleine es war uns egal.
Wir genossen es regelrecht.
Diese Entschleunigung, slow food für Bikes war herrlich.
In Italien, auf einem extrem kurvigen Abschnitt, schaffte es selbst ein 50ccm fahrender pickeliger Jüngling auf einem Schlammhüpfer beinahe uns zu überholen. Gott sei Dank nur beinahe.
Unsere erste Etappe ging von St.Pölten nach Mariapfarr im Lunggau.
272km, zu Beginn durch das Pielachtal (meine Hood, die bei Dimitri schon einen bleibenden, weil positiven Eindruck hinterließ)
Wir hatten über Airbnb nur die beiden Nächte rund um Mandello del Lario vorgebucht, die Tagestour- Nächtigungen reservierten wir täglich, alla Minute, zwischen dem Hauptgang und dem Dessert, mittags.
Ich warnte Dimitri vor meiner Schlaflosigkeit, meinem nächtlichen Harndrang und meiner unkontrollierten Beissattacken weswegen ich gerne Einzelzimmer nehmen wolle.
So entpuppte sich die spontane Zimmersuche nicht immer als mega easy, aber es ging.
Wir schliefen nie auf oder unter den Bikes.
Tag zwei ging über stolze 324km und ließ uns in Italien, in Spormaggiore ankommen.
Dann kamen wir irgendwann in Mandello del Lario an.
Um der Wahrheit die Ehre zu geben kamen wir in Moggio an das in etwa eine halbe Stunde von Mandello entfernt liegt.
Luftlinie 1km , Fahrt eine halbe Stunde.
Ich habe mich bei meiner Airbnb Suche wie immer zu sehr vom Zustand des Appartements leiten lassen und weniger von Logik, Sinnhaftigkeit oder Verstand.
Das Appartement war in ca 8000 Meter Seehöhe im nirgendwo.
Das Appartement war bezaubernd, die Gastgeber waren so dermaßen bezaubernd, dass ich kurz eine Adoption meiner vorschlagen wollte, und wir spürten die 2 Tage dort nur Behaglichkeit, Liebe und Freude.
So fuhren wir täglich die 1km Luftlinie über Berg und Tal, auf und runter und es störte uns kein bisschen dass es eine halbe Stunde Fahrzeit wurde.
Das Moto Guzzi Museum war ganz in Ordnung.
Für mich zumindest, einem Triumph Jünger, der mit Moto und mit Guzzi nichts anzufangen wusste.
Ich tat dies Dimitri zuliebe.

(Ich wurde nicht gesteinigt)
In Italien wurde auch immer mehr unsere Vereinbarung kein gegenseitiges Einladen zu praktizieren über Bord geworfen, denn Italien ist anders.
In Italien ging der kleine Mao 2 Kaffee, 2 Aqua Minerale Naturale und 2 Croissant zahlen und kam mit 8,50 Euro aus.
Wenn du das in Österreich machst bedankt sich der Kellner dass du ihm das Trinkgeld offenbar schon vorher gibst und kassiert dann die restlichen 20 Euro.
Its a different world there. Mir irgendwie näher.
Da Dimitri und ich dieser hippen, jungen Garde zuzuordnen sind wurde für alles und dauernd das Handy genötigt.
Hatten wir Hunger - Google
Suchten wir eine Herberge - Google
usw.
Die 5 Sterne Bewertung eines winzig kleinen Lokals ließ uns dort hingehen.
Die Mama an der Front, im Gastraum, teilte uns mit (auf italienisch) dass die Tochter in der Küche... was soll ich sagen.
Wer noch niemals Arancinis gegessen hat, bitte nachholen.
Ich habe mittlerweile die versprochenen 5 Sterne gegeben.

(Arancinis, eine silzilianische Spezialität)
Dimitri ist ein angenehmer Zeitgenosse.
Ich mag ihn.
Er hält sich an Regeln.
Er fährt 50 wenn 50 verlangt wird und er würde auf mich warten wenn die Britin ihren Dienst versagen würde.
Der erste Tag war ein klein wenig gewöhnungsbedürftig wenn Dimitri wieder 50 fuhr wo 50 stand.
Ich bin dieser 55 Typ. Ich bin nicht sonderlich stolz darauf aber ich bin nun mal der 55 Typ.
Am zweiten Tag hatte ich mich daran gewöhnt.
Irgendwann, nachdem wir bei 50 kmh zum dreihundertsiebzehntenmal überrollt wurden meinte Dimitri es würde ihn ein wenig nerven dass sich keine Sau an irgendwelche Vorschriften halten wolle.
Langsam merkte man wie ihm die Hutschnur hochging.
Durch seinen Helm und von hinten konnte ich erkennen dass ihm die Sache ein klein wenig an die Niere ging. An die Rechte und auch an die Linke.
Das nächste Dorf wurde mit 55 genommen.
Beim überüberüber nächsten Dorf bretterte Dimitri durch dass sich sämtlich 2 oder mehrbeiniges auf Bäume, in Gräben oder in Häuser flüchteten.
Endlich hatten sie ihn soweit.

(Dimitri und ich, aus Hackfressenschutzrechtsgründen unkenntlich gemacht)
Wir hatten die Light Tour geplant.
Unten herum.
Über Radstadt, Lienz, Liezen, Brixen , Bozen and so on.
Wir hätten auch die oben rum oder die mittig rum Tour nehmen können aber unten rum genügte uns. Auch der mangelnden Erfahrung wegen.
Unsere Pässe waren merklich kälter als unten aber sie waren nicht wie ein Stelvio.
Wir hatten ein klein wenig Respekt vor 48 Spitzkehren und, was zumindest mich betrifft, auch keinerlei Lust auf 48 Spitzkehren.
Eine Spitzkehre mit einem 270kg Motorrad ohne Fahrer zu fahren muss ich nicht 48x haben.

(Einfach einen Screenshot Pass aus dem Internet - weil wir nie stehenbleiben wollten)
Die Rückreise starteten wir mit einem Monstertag von 400km und 12 Stunden.
Den Plan der 250km täglich pulverisierten wir deshalb um den angekündigten Gewittern zu entkommen und um uns schon einen duften Vorsprung rauszufahren.
Mit jedem Kilometer in Richtung Heimat wurde der Puls ruhiger und die Sehnsucht nach Wein, Weib und den Kids größer. Dies ließ die Trauer um das Ende der Reise erträglich sein.
Ich glaube wir haben alles richtig gemacht.
Ich glaube, wenn wir es wieder machen sollten, dass wir alles richtig machen werden.
Wohin auch immer.
Ich freue mich darauf.
Danke Dimitri.
Liebe Grüße
Mao

Mao steht bekanntlich für Mario was die Reise nach Italien logisch und leicht erklärt macht. Dimitri, (@Dimitri Harkov) ebenfalls ein traditioneller italienischer Vorname, wurde von mir begleitet.
Wir hatten schon 2003 beschlossen Mandello del Lario, die Mutterstadt Motto Guzzi's zu besuchen. Italien wurde kürzlich von irgendeinem Fachmagazin, einer Fachjury, einer Fachmännin oder weiß Gott wem, zum schönsten Land der Welt gewählt.
Zurecht, weiß dieser Gott, zurecht.

(Die beiden bei der Abreise - der mit der Ebby Thust Gedenk Brille bin ich)
Um der Reise die nötige Würze zu verleihen wurde selbstredend auf jegliche Autobahn und oder Schnellstraße verzichtet.
Im Gegenteil.
Es wurde Pässe erklommen, Schluchten durchfahren und Kurven gejagt. Tausende davon.
7 Tage und 6 Nächte wurden veranschlagt und minutiös eingehalten. Mit jedem Kilometer wurde das schöne Österreich noch schöner, gebirgiger, kurviger und exotischer.
Von Italien ganz zu schweigen.
Um die 250km Tagestour hatten wir geplant.
Als wir planten dachte ich wie lächerlich es doch wäre für 250km einen ganzen Tag zu vergeuden.
Wenn ich bei mir ums Eck meine Tagesration an Motorradbedarf decke fahre ich 150km und benötige dafür vielleicht 2,5 Stunden.

(So in etwa sahen manche Herbergen aus)
Wir hatten aber alles richtig gemacht.
Dimitri fährt gerne gechillt und Mao tut es ihm gleich.
Seit ich meine dicke Britin (könnte neuzeitlich genderspezifisch missinterpretiert werden) habe, chille ich so gerne.
Wir blubberten so dahin und ließen uns treiben. Eine Zigarre im Mundwinkel, einen Cognac in der Hand.
Immer wieder wurden wir von Bikern geweckt die dachten unbedingt 130 statt der empfohlenen 70 fahren zu müssen.
Doppelte Sperrlinien oder Sperrflächen, selbst Gegenverkehr wirkten für so manchen motivierend und keineswegs abschreckend.

(So sahen ebenfalls die Herbergen aus)
Dimitri und ich wurden von jedem Motorrad mit dem wir die selbe Richtung teilten überholt, alleine es war uns egal.
Wir genossen es regelrecht.
Diese Entschleunigung, slow food für Bikes war herrlich.
In Italien, auf einem extrem kurvigen Abschnitt, schaffte es selbst ein 50ccm fahrender pickeliger Jüngling auf einem Schlammhüpfer beinahe uns zu überholen. Gott sei Dank nur beinahe.
Unsere erste Etappe ging von St.Pölten nach Mariapfarr im Lunggau.
272km, zu Beginn durch das Pielachtal (meine Hood, die bei Dimitri schon einen bleibenden, weil positiven Eindruck hinterließ)
Wir hatten über Airbnb nur die beiden Nächte rund um Mandello del Lario vorgebucht, die Tagestour- Nächtigungen reservierten wir täglich, alla Minute, zwischen dem Hauptgang und dem Dessert, mittags.
Ich warnte Dimitri vor meiner Schlaflosigkeit, meinem nächtlichen Harndrang und meiner unkontrollierten Beissattacken weswegen ich gerne Einzelzimmer nehmen wolle.
So entpuppte sich die spontane Zimmersuche nicht immer als mega easy, aber es ging.
Wir schliefen nie auf oder unter den Bikes.
Tag zwei ging über stolze 324km und ließ uns in Italien, in Spormaggiore ankommen.
Dann kamen wir irgendwann in Mandello del Lario an.
Um der Wahrheit die Ehre zu geben kamen wir in Moggio an das in etwa eine halbe Stunde von Mandello entfernt liegt.
Luftlinie 1km , Fahrt eine halbe Stunde.
Ich habe mich bei meiner Airbnb Suche wie immer zu sehr vom Zustand des Appartements leiten lassen und weniger von Logik, Sinnhaftigkeit oder Verstand.
Das Appartement war in ca 8000 Meter Seehöhe im nirgendwo.
Das Appartement war bezaubernd, die Gastgeber waren so dermaßen bezaubernd, dass ich kurz eine Adoption meiner vorschlagen wollte, und wir spürten die 2 Tage dort nur Behaglichkeit, Liebe und Freude.
So fuhren wir täglich die 1km Luftlinie über Berg und Tal, auf und runter und es störte uns kein bisschen dass es eine halbe Stunde Fahrzeit wurde.
Das Moto Guzzi Museum war ganz in Ordnung.
Für mich zumindest, einem Triumph Jünger, der mit Moto und mit Guzzi nichts anzufangen wusste.
Ich tat dies Dimitri zuliebe.

(Ich wurde nicht gesteinigt)
In Italien wurde auch immer mehr unsere Vereinbarung kein gegenseitiges Einladen zu praktizieren über Bord geworfen, denn Italien ist anders.
In Italien ging der kleine Mao 2 Kaffee, 2 Aqua Minerale Naturale und 2 Croissant zahlen und kam mit 8,50 Euro aus.
Wenn du das in Österreich machst bedankt sich der Kellner dass du ihm das Trinkgeld offenbar schon vorher gibst und kassiert dann die restlichen 20 Euro.
Its a different world there. Mir irgendwie näher.
Da Dimitri und ich dieser hippen, jungen Garde zuzuordnen sind wurde für alles und dauernd das Handy genötigt.
Hatten wir Hunger - Google
Suchten wir eine Herberge - Google
usw.
Die 5 Sterne Bewertung eines winzig kleinen Lokals ließ uns dort hingehen.
Die Mama an der Front, im Gastraum, teilte uns mit (auf italienisch) dass die Tochter in der Küche... was soll ich sagen.
Wer noch niemals Arancinis gegessen hat, bitte nachholen.
Ich habe mittlerweile die versprochenen 5 Sterne gegeben.

(Arancinis, eine silzilianische Spezialität)
Dimitri ist ein angenehmer Zeitgenosse.
Ich mag ihn.
Er hält sich an Regeln.
Er fährt 50 wenn 50 verlangt wird und er würde auf mich warten wenn die Britin ihren Dienst versagen würde.
Der erste Tag war ein klein wenig gewöhnungsbedürftig wenn Dimitri wieder 50 fuhr wo 50 stand.
Ich bin dieser 55 Typ. Ich bin nicht sonderlich stolz darauf aber ich bin nun mal der 55 Typ.
Am zweiten Tag hatte ich mich daran gewöhnt.
Irgendwann, nachdem wir bei 50 kmh zum dreihundertsiebzehntenmal überrollt wurden meinte Dimitri es würde ihn ein wenig nerven dass sich keine Sau an irgendwelche Vorschriften halten wolle.
Langsam merkte man wie ihm die Hutschnur hochging.
Durch seinen Helm und von hinten konnte ich erkennen dass ihm die Sache ein klein wenig an die Niere ging. An die Rechte und auch an die Linke.
Das nächste Dorf wurde mit 55 genommen.
Beim überüberüber nächsten Dorf bretterte Dimitri durch dass sich sämtlich 2 oder mehrbeiniges auf Bäume, in Gräben oder in Häuser flüchteten.
Endlich hatten sie ihn soweit.

(Dimitri und ich, aus Hackfressenschutzrechtsgründen unkenntlich gemacht)
Wir hatten die Light Tour geplant.
Unten herum.
Über Radstadt, Lienz, Liezen, Brixen , Bozen and so on.
Wir hätten auch die oben rum oder die mittig rum Tour nehmen können aber unten rum genügte uns. Auch der mangelnden Erfahrung wegen.
Unsere Pässe waren merklich kälter als unten aber sie waren nicht wie ein Stelvio.
Wir hatten ein klein wenig Respekt vor 48 Spitzkehren und, was zumindest mich betrifft, auch keinerlei Lust auf 48 Spitzkehren.
Eine Spitzkehre mit einem 270kg Motorrad ohne Fahrer zu fahren muss ich nicht 48x haben.

(Einfach einen Screenshot Pass aus dem Internet - weil wir nie stehenbleiben wollten)
Die Rückreise starteten wir mit einem Monstertag von 400km und 12 Stunden.
Den Plan der 250km täglich pulverisierten wir deshalb um den angekündigten Gewittern zu entkommen und um uns schon einen duften Vorsprung rauszufahren.
Mit jedem Kilometer in Richtung Heimat wurde der Puls ruhiger und die Sehnsucht nach Wein, Weib und den Kids größer. Dies ließ die Trauer um das Ende der Reise erträglich sein.
Ich glaube wir haben alles richtig gemacht.
Ich glaube, wenn wir es wieder machen sollten, dass wir alles richtig machen werden.
Wohin auch immer.
Ich freue mich darauf.
Danke Dimitri.
Liebe Grüße
Mao

Seid ihr geflogen?







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