Schlack
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- ne 125er Felsberg
Ein langer, anstrengender Tag in der Werkstatt, der viel Schweiß und Anstrengung gefordert hatte wollte angemessen beendet werden. Spätestens nach einem Blick in mein E-Mail Account stand die Entscheidung fest.
Ich musste wieder raus.
Gegen 20:30 Uhr startete ich die Felsberg und fuhr bergan der Sonne hinterher. Den Schatten des heimischen Tales kaum hinter mir gelassen genossen wir einen Sonnenuntergang der besonderen Art.

Über die Hocheebene der hiesigen Fränkischen Schweiz führten mich fast leere Straßen (Danke ihr Oberfranken, dass ihr alle immer heim geht, wenn ich losmach!) zu den ersten Serpentinen des Abends. Der Tiefenellerner Berg ist berühmt und berüchtigt in der Motorradgemeinde. Leider hatte das direkt in den Kurven liegende Gasthaus schon zu, sonst hätte ich mir dort wohl eine jungfräuliche Hopfenkaltschale genehmigt.

Unten am Ort angekommen, stellte ich fest, dass ich lieber auf der Höh weiter fahren mochte. Also kehrt und wieder hoch gejuchzt. Wenn man solche Pisten für sich allein hat, dann ist das schon was besonderes und durch das abendliche Dämmerlicht noch gleich dreimal.
Über kleine Landstraßen, eingerahmt von Getreidefeldern und Waldstücken führte mich mein Weg - samt einer Vollbremsung wegen eines kreuzenden Rehbockes - nach Königsfeld. Das Tier kam aus einem erntereifen Rapsfeld und staunte nicht schlecht, wie ich die Kamera zückte und ein Porträt von ihm aufnehmen wollte. Leider wurde mir das nicht vergönnt und ich konnte ihn nur noch im Abspringen erwischen.

Immer schön aufpassen in der Wechselzeit, das kann auch mal anders ausgehen.
An der Quelle der Aufseß dann der nächste kurze Halt.

Kurz etwas Kultur studiert und weiter ging die Reise gen Sonnenuntergang. Und weil es sich direkt anbot, die nächste Serpentinenstrecke, der Würgauer Berg. Das ist eine besondere Piste, da sie über die Wochenenden und an Feiertagen für Motorräder gesperrt ist, wobei Leichtkrafträder ausgenommen sind... Die Kurvenfahrt genossen - vorbei an rastenden Sportmaschinenfahrern, die erst verdutzt guckten dann aber nett zurück grüßten.
Dann hatte ich einen Anblick, der das nächste Ziel bestimmte. Die Giechburg lag in den letzten Strahlen der Sonne vor mir.

Wohlan - die Strecke war bekannt und der Hügel schnell erklommen. Auf den Bänken vor und in der Burg genossen allerlei Pärchen den Sonnenuntergang. Die Gastwirtschaft im Burghof war aber auch schon zu. Dennoch wurde ich durch den Ausblick entschädigt.


Weiter gings über Scheßlitz gen Nordwesten. Schön langsam wurde es duster, und in Burgellern verlor ich entspannt die Hauptstraße und verließ den Ort über einen anständig geschotterten Weg. Entsprechend langsam, aber so wurde ich einer Libelle gewahr, die meinte unbedingt auf Kopfköhe Kontakt suchen zu müssen. Nun, meine Reaktion war ausreichend und sie durfte weiterleben. Mir hätte das sicherlich weh getan. Die Silhuetten des Abend zeigen immer wieder ungeahntes. So durfte ich auch einen echt fetten Käfer - meiner Vermutung nach ein Hirschkäfer - beim fliegenden Kreuzen meines Weges beobachten. Ein einmahliger Anblick, wenn auch nur für Sekundenbruchteile real.
Die Straßenschilder schickten mich gen Ebensfeld, dass ich aber aus lauter Neugier heute nicht mehr sehen sollte. Am Horizont erhob sich der Veitsberg - und wer bin ich denn, dass ich diese Einladung nicht annehme

In Kleukheim war ich wieder fasziniert vom Stadt(?)kern. Kopfsteinpflaster, entspannt beleuchtet - schlicht schön. Das letzte Mal, wo ich hier durchkam hatte es geregnet, da war´s nicht ganz so fein - aber seht selbst:

Weiter gings gen Veitsberg, aber da waren Schilder am Waldesrand, die ein kleines Felsbergabenteuer versprachen. Also runter von der Straße und rauf auf die Piste. Im Halbdunkel eine echte Herausforderung und ein Erlebnis.

Die Piste wurde nicht viel später zum kurvenreichen, asphaltierten Feldweg. Als dieser aus dem Wald herausführte und eine Gruppe Jugendliche auf einer Aussichtsbank recht verwundert tat, gabs dann diesen Ausblick: Der Gottesgarten - so wird die Gegend tatsächlich benannt. Links oben Kloster Banz und rechts der erleuchtete Staffelberg, Berg der Franken - zumindest dem Liede nach.



Fortschreitende Dämmerung und merkbare Müdigkeit zwangen zur Umkehr. In Bad Staffelstein klemmten wir uns auf die Autobahn, die wir erst wieder bei Hirschaid verließen. Sie ist nicht schnell, die Felsberg - aber es reicht. Sogar um mal nen LKW zu überholen. Allerdins hatte ich da die Augen mehr im Rückspiegel als vorn auf der Piste. Ein Elefantenrennen der seltsameren Art.
Ein letzter Halt kurz vor zu Haus - ist´s doch einfach zu schön unterwegs.

Habt ihr schon mal Weizenfelder rauschen hören?
Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen - als ich das Tor der Garage schloss - erklang noch der Ruf eines Käuzchens.
Jetzt bin ich erstmal satt von der Romantik, zufrieden über eine erfolgreiche und knitterfreie Tour und falle müde in die Koje.
Bis demnächst!
Ich musste wieder raus.
Gegen 20:30 Uhr startete ich die Felsberg und fuhr bergan der Sonne hinterher. Den Schatten des heimischen Tales kaum hinter mir gelassen genossen wir einen Sonnenuntergang der besonderen Art.

Über die Hocheebene der hiesigen Fränkischen Schweiz führten mich fast leere Straßen (Danke ihr Oberfranken, dass ihr alle immer heim geht, wenn ich losmach!) zu den ersten Serpentinen des Abends. Der Tiefenellerner Berg ist berühmt und berüchtigt in der Motorradgemeinde. Leider hatte das direkt in den Kurven liegende Gasthaus schon zu, sonst hätte ich mir dort wohl eine jungfräuliche Hopfenkaltschale genehmigt.

Unten am Ort angekommen, stellte ich fest, dass ich lieber auf der Höh weiter fahren mochte. Also kehrt und wieder hoch gejuchzt. Wenn man solche Pisten für sich allein hat, dann ist das schon was besonderes und durch das abendliche Dämmerlicht noch gleich dreimal.
Über kleine Landstraßen, eingerahmt von Getreidefeldern und Waldstücken führte mich mein Weg - samt einer Vollbremsung wegen eines kreuzenden Rehbockes - nach Königsfeld. Das Tier kam aus einem erntereifen Rapsfeld und staunte nicht schlecht, wie ich die Kamera zückte und ein Porträt von ihm aufnehmen wollte. Leider wurde mir das nicht vergönnt und ich konnte ihn nur noch im Abspringen erwischen.

Immer schön aufpassen in der Wechselzeit, das kann auch mal anders ausgehen.
An der Quelle der Aufseß dann der nächste kurze Halt.

Kurz etwas Kultur studiert und weiter ging die Reise gen Sonnenuntergang. Und weil es sich direkt anbot, die nächste Serpentinenstrecke, der Würgauer Berg. Das ist eine besondere Piste, da sie über die Wochenenden und an Feiertagen für Motorräder gesperrt ist, wobei Leichtkrafträder ausgenommen sind... Die Kurvenfahrt genossen - vorbei an rastenden Sportmaschinenfahrern, die erst verdutzt guckten dann aber nett zurück grüßten.
Dann hatte ich einen Anblick, der das nächste Ziel bestimmte. Die Giechburg lag in den letzten Strahlen der Sonne vor mir.

Wohlan - die Strecke war bekannt und der Hügel schnell erklommen. Auf den Bänken vor und in der Burg genossen allerlei Pärchen den Sonnenuntergang. Die Gastwirtschaft im Burghof war aber auch schon zu. Dennoch wurde ich durch den Ausblick entschädigt.


Weiter gings über Scheßlitz gen Nordwesten. Schön langsam wurde es duster, und in Burgellern verlor ich entspannt die Hauptstraße und verließ den Ort über einen anständig geschotterten Weg. Entsprechend langsam, aber so wurde ich einer Libelle gewahr, die meinte unbedingt auf Kopfköhe Kontakt suchen zu müssen. Nun, meine Reaktion war ausreichend und sie durfte weiterleben. Mir hätte das sicherlich weh getan. Die Silhuetten des Abend zeigen immer wieder ungeahntes. So durfte ich auch einen echt fetten Käfer - meiner Vermutung nach ein Hirschkäfer - beim fliegenden Kreuzen meines Weges beobachten. Ein einmahliger Anblick, wenn auch nur für Sekundenbruchteile real.
Die Straßenschilder schickten mich gen Ebensfeld, dass ich aber aus lauter Neugier heute nicht mehr sehen sollte. Am Horizont erhob sich der Veitsberg - und wer bin ich denn, dass ich diese Einladung nicht annehme

In Kleukheim war ich wieder fasziniert vom Stadt(?)kern. Kopfsteinpflaster, entspannt beleuchtet - schlicht schön. Das letzte Mal, wo ich hier durchkam hatte es geregnet, da war´s nicht ganz so fein - aber seht selbst:

Weiter gings gen Veitsberg, aber da waren Schilder am Waldesrand, die ein kleines Felsbergabenteuer versprachen. Also runter von der Straße und rauf auf die Piste. Im Halbdunkel eine echte Herausforderung und ein Erlebnis.

Die Piste wurde nicht viel später zum kurvenreichen, asphaltierten Feldweg. Als dieser aus dem Wald herausführte und eine Gruppe Jugendliche auf einer Aussichtsbank recht verwundert tat, gabs dann diesen Ausblick: Der Gottesgarten - so wird die Gegend tatsächlich benannt. Links oben Kloster Banz und rechts der erleuchtete Staffelberg, Berg der Franken - zumindest dem Liede nach.



Fortschreitende Dämmerung und merkbare Müdigkeit zwangen zur Umkehr. In Bad Staffelstein klemmten wir uns auf die Autobahn, die wir erst wieder bei Hirschaid verließen. Sie ist nicht schnell, die Felsberg - aber es reicht. Sogar um mal nen LKW zu überholen. Allerdins hatte ich da die Augen mehr im Rückspiegel als vorn auf der Piste. Ein Elefantenrennen der seltsameren Art.
Ein letzter Halt kurz vor zu Haus - ist´s doch einfach zu schön unterwegs.

Habt ihr schon mal Weizenfelder rauschen hören?
Und um dem ganzen die Krone aufzusetzen - als ich das Tor der Garage schloss - erklang noch der Ruf eines Käuzchens.
Jetzt bin ich erstmal satt von der Romantik, zufrieden über eine erfolgreiche und knitterfreie Tour und falle müde in die Koje.
Bis demnächst!
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Toller Bericht, vielen Dank fürs mitnehmen!! Vielleicht schaffe ich so etwas ja auch mal! 
