Kosmowautz
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Fünf Tage. 1.416 km. 28 Alpenpässe. Über 54.700 Höhenmeter. Und das alles mit einer Honda Dax ST125. So sieht der Plan aus.
Ja, ich weiß. Die meisten würden jetzt schmunzeln und denken: „Mit 9 PS die Dolomiten? Viel Spaß beim Schieben…“ Aber genau darum geht’s. Es ist kein Hightech-Abenteuer mit 150 PS und Heizgriffen – es ist das pure 125er-Leben.
Ich möchte euch mit auf meine Reise quer durchs Allgäu, Vorarlberg, Südtirol und die Dolomiten mitnehmen – Tag für Tag, Pass für Pass. Mit allen Höhen und Tiefen, Pausen, Pannen (hoffentlich wenigen) und Geschichten am Wegesrand.

Tag 1 – Riedbergpass, Furkajoch und ein Sprint vorm Gewitter
Leutkirch im Allgäu, kurz vor 9 Uhr. Die Sonne steht schon gut am Himmel, und ich rolle mit meiner kleinen Dax vom Hof. Die erste Etappe meiner fünftägigen Dolomitenrunde liegt vor mir – 293 km, sechs Stunden reine Fahrzeit, 48 km/h Schnitt. Klingt machbar. Zumindest in der Theorie.
Eigentlich wollte ich heute auch die legendäre Silvretta Hochalpenstraße mitnehmen. War fest eingeplant. Aber dann kam der Felssturz – Straße dicht. Also saß ich am Vorabend nochmal am Rechner und bastelte Plan B zusammen. Routenänderung in letzter Minute. Nicht ideal, aber hey – so läuft’s eben manchmal.
Riedbergpass – Warm-up auf Deutschlands höchster Passstraße
Die ersten Kilometer laufen entspannt. Leutkirch, Isny, Immenstadt, Oberstdorf – ruhige Straßen, perfektes Wetter, und die Dax schnurrt brav vor sich hin. Dann geht’s auf den Riedbergpass (1 420 m). Deutschlands höchster Straßenpass, knackige Steigungen bis 16 %. Die Dax quält sich tapfer im zweiten Gang, und ich halte die Drehzahl, als ginge es um Leben und Tod. Oben ein kurzer Fotostopp. Ich grinse – noch 27 Pässe vor mir.
Kaffee in Hittisau & Kurvenspaß am Furkajoch
In Hittisau gönne ich mir ein zweites Frühstück und einen Kaffee. Muss ja nicht alles in Stress ausarten. Nebenan sortieren ein paar GS-Fahrer hektisch ihr Gepäck – ich lehne mich zurück. Mit 125 ccm hat man eh weniger Zeug dabei.
Dann der nächste Leckerbissen: Furkajoch (1 759 m). Enge Kehren, geiler Ausblick, perfektes Wetter. Die Dax schiebt sich stoisch den Berg hoch. Ich genieße jede Kurve. Danach geht’s runter ins Tal und gleich wieder hoch – diesmal übers Faschinajoch (1 486 m) zurück nach Damüls.

Hochtannbergpass, Flexenpass & ein Klassiker
Weiter Richtung Warth. Dort nehme ich den Hochtannbergpass (1 675 m) mit – langgezogen, flüssig, einfach ein Genuss. Direkt im Anschluss der Flexenpass (1 773 m), kürzer, aber mit schönem Tunnelblick.
Und weil ich schon mal da bin, gönne ich mir auch noch den alten Arlbergpass (1 793 m). Statt durch den Tunnel zu rauschen, nehme ich die historische Strecke. Weniger Verkehr, dafür mehr Kurven und Geschichte – genau mein Ding.
Skibrille-Rettung in St. Anton
In St. Anton kurzer Boxenstopp. Ich seh im Spiegel aus, als hätte ich die Nacht durchgezecht – knallrote Augen. Jethelm plus Sonnenbrille war keine gute Idee. Der Fahrtwind hat meine Augen komplett gereizt.
Ich halte an einem Sportgeschäft das glücklicherweise noch offen hat. Die Jungs dort sind nett und kramen ein paar Skibrillen aus der Restposten-Ecke. Eine passt perfekt über den Helm. Nicht billig, aber meine Augen danken’s mir. Ohne die Brille hätte ich die restliche Tour vermutlich blind gefahren.
Was die Sache noch absurder macht: Ich bin selbstständiger Augenoptiker und habe zuhause einen Laden mit HUNDERTEN Brillen und muss mir im JULI in St. Anton eine SKIBRILLE kaufen, die ihr Gewicht in Gold wert ist. Ich bin echt der Oberdulli. Kannste dir nicht ausdenken…
Endspurt nach Prutz
Die Verkäuferin warnt mich: „Richtung Kaunertal zieht was auf.“ Ich nicke und streiche die Pillerhöhe (~1 600 m) schweren Herzens aus dem Programm und gebe Gas.
Die letzten Kilometer Richtung Prutz werden zum Sprint gegen die Natur. Wolken türmen sich auf, Blitze flackern am Horizont. Ich halte noch kurz am Supermarkt, ziehe die Regenkombi drüber – sicher ist sicher. Zwei Kilometer später öffnet der Himmel die Schleusen. Aber da bin ich schon vor dem Gasthof Gemse. Trocken. Im Warmen. Im Glück.
Das Hotel? Nennen wir es zweckmäßig. Morgen wartet das „Mitterplarer“ in Meran – ich freue mich jetzt schon.
Tagesdaten
Strecke: 293 km
Fahrzeit: 6 h
Ø Geschwindigkeit: 48 km/h
Pässe: Riedbergpass, Furkajoch, Faschinajoch, Hochtannbergpass, Flexenpass, Arlbergpass
Wetter: Sonne deluxe → Blitz & Donner kurz vor dem Ziel
Learnings: Jethelm + Sonnenbrille = fail. Skibrille = teuer, aber Gold wert.
Morgen geht’s weiter mit der Kaunertal Gletscherstrasse und über Livigno und Bormio zum Königin der Alpen - aufs Stilfser Joch. Mal sehen wie’s läuft.
Ja, ich weiß. Die meisten würden jetzt schmunzeln und denken: „Mit 9 PS die Dolomiten? Viel Spaß beim Schieben…“ Aber genau darum geht’s. Es ist kein Hightech-Abenteuer mit 150 PS und Heizgriffen – es ist das pure 125er-Leben.
Ich möchte euch mit auf meine Reise quer durchs Allgäu, Vorarlberg, Südtirol und die Dolomiten mitnehmen – Tag für Tag, Pass für Pass. Mit allen Höhen und Tiefen, Pausen, Pannen (hoffentlich wenigen) und Geschichten am Wegesrand.

Tag 1 – Riedbergpass, Furkajoch und ein Sprint vorm Gewitter
Leutkirch im Allgäu, kurz vor 9 Uhr. Die Sonne steht schon gut am Himmel, und ich rolle mit meiner kleinen Dax vom Hof. Die erste Etappe meiner fünftägigen Dolomitenrunde liegt vor mir – 293 km, sechs Stunden reine Fahrzeit, 48 km/h Schnitt. Klingt machbar. Zumindest in der Theorie.
Eigentlich wollte ich heute auch die legendäre Silvretta Hochalpenstraße mitnehmen. War fest eingeplant. Aber dann kam der Felssturz – Straße dicht. Also saß ich am Vorabend nochmal am Rechner und bastelte Plan B zusammen. Routenänderung in letzter Minute. Nicht ideal, aber hey – so läuft’s eben manchmal.
Riedbergpass – Warm-up auf Deutschlands höchster PassstraßeDie ersten Kilometer laufen entspannt. Leutkirch, Isny, Immenstadt, Oberstdorf – ruhige Straßen, perfektes Wetter, und die Dax schnurrt brav vor sich hin. Dann geht’s auf den Riedbergpass (1 420 m). Deutschlands höchster Straßenpass, knackige Steigungen bis 16 %. Die Dax quält sich tapfer im zweiten Gang, und ich halte die Drehzahl, als ginge es um Leben und Tod. Oben ein kurzer Fotostopp. Ich grinse – noch 27 Pässe vor mir.
Kaffee in Hittisau & Kurvenspaß am FurkajochIn Hittisau gönne ich mir ein zweites Frühstück und einen Kaffee. Muss ja nicht alles in Stress ausarten. Nebenan sortieren ein paar GS-Fahrer hektisch ihr Gepäck – ich lehne mich zurück. Mit 125 ccm hat man eh weniger Zeug dabei.
Dann der nächste Leckerbissen: Furkajoch (1 759 m). Enge Kehren, geiler Ausblick, perfektes Wetter. Die Dax schiebt sich stoisch den Berg hoch. Ich genieße jede Kurve. Danach geht’s runter ins Tal und gleich wieder hoch – diesmal übers Faschinajoch (1 486 m) zurück nach Damüls.

Hochtannbergpass, Flexenpass & ein KlassikerWeiter Richtung Warth. Dort nehme ich den Hochtannbergpass (1 675 m) mit – langgezogen, flüssig, einfach ein Genuss. Direkt im Anschluss der Flexenpass (1 773 m), kürzer, aber mit schönem Tunnelblick.
Und weil ich schon mal da bin, gönne ich mir auch noch den alten Arlbergpass (1 793 m). Statt durch den Tunnel zu rauschen, nehme ich die historische Strecke. Weniger Verkehr, dafür mehr Kurven und Geschichte – genau mein Ding.
Skibrille-Rettung in St. AntonIn St. Anton kurzer Boxenstopp. Ich seh im Spiegel aus, als hätte ich die Nacht durchgezecht – knallrote Augen. Jethelm plus Sonnenbrille war keine gute Idee. Der Fahrtwind hat meine Augen komplett gereizt.
Ich halte an einem Sportgeschäft das glücklicherweise noch offen hat. Die Jungs dort sind nett und kramen ein paar Skibrillen aus der Restposten-Ecke. Eine passt perfekt über den Helm. Nicht billig, aber meine Augen danken’s mir. Ohne die Brille hätte ich die restliche Tour vermutlich blind gefahren.
Was die Sache noch absurder macht: Ich bin selbstständiger Augenoptiker und habe zuhause einen Laden mit HUNDERTEN Brillen und muss mir im JULI in St. Anton eine SKIBRILLE kaufen, die ihr Gewicht in Gold wert ist. Ich bin echt der Oberdulli. Kannste dir nicht ausdenken…
Endspurt nach PrutzDie Verkäuferin warnt mich: „Richtung Kaunertal zieht was auf.“ Ich nicke und streiche die Pillerhöhe (~1 600 m) schweren Herzens aus dem Programm und gebe Gas.
Die letzten Kilometer Richtung Prutz werden zum Sprint gegen die Natur. Wolken türmen sich auf, Blitze flackern am Horizont. Ich halte noch kurz am Supermarkt, ziehe die Regenkombi drüber – sicher ist sicher. Zwei Kilometer später öffnet der Himmel die Schleusen. Aber da bin ich schon vor dem Gasthof Gemse. Trocken. Im Warmen. Im Glück.
Das Hotel? Nennen wir es zweckmäßig. Morgen wartet das „Mitterplarer“ in Meran – ich freue mich jetzt schon.
Tagesdaten
Strecke: 293 km
Fahrzeit: 6 h
Ø Geschwindigkeit: 48 km/h
Pässe: Riedbergpass, Furkajoch, Faschinajoch, Hochtannbergpass, Flexenpass, Arlbergpass
Wetter: Sonne deluxe → Blitz & Donner kurz vor dem Ziel
Learnings: Jethelm + Sonnenbrille = fail. Skibrille = teuer, aber Gold wert.Morgen geht’s weiter mit der Kaunertal Gletscherstrasse und über Livigno und Bormio zum Königin der Alpen - aufs Stilfser Joch. Mal sehen wie’s läuft.
Zuletzt bearbeitet:



Tag 2 – Kaunertal, Stilfser Joch und ein Pool mit 26 °C


Engadin & der Weg nach Livigno
Stilfser Joch – Sonne, Schreckmoment und Gulaschsuppe


Runterrollen ins Vinschgau & endlich Meran
Höhenmeter: 6 710 m
Ausblick auf Tag 3
Tag 3 – Krallen, Kälte und Kurvenglück 

206 km |
7 Stunden unterwegs (davon 4 h gefahren, Rest: versucht, nicht davonzuschwimmen)
5.813 hm |
Tag 4 – Sellarunde, gesperrte Pässe und ein Wahnsinnsritt 






Ein Wahnsinnsritt!
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